Verkehrswende: Wie der Organismus Stadt zum Erliegen kommt

Verkehrswende: Wie der Organismus Stadt zum Erliegen kommt

Viel wird probiert, aber zu oft bleibt man auf halber Strecke stehen. Ein Autor beschreibt die Tücken in der Verkehrswende und fordert: Unterstützt endlich die kreativen Ideen der StartUps!

Von Jonas Kremer.

Als Kinder sind wir viel draußen, bewegen uns und das Herz versorgt unseren Körper mit frischen und sauberen Blut. Als Raucher bewegen wir uns immer weniger und unser Körper versorgt uns mit „grauem“, rauchigem Blut.

Genau so muss man sich die Städte vorstellen. Wie in einem Artikel von Don Dahlmann über die Verkehrswende auf Gründerszene.de beschrieben: „Eine Stadt gleicht einem lebenden Organismus: Der Verkehr ist das Blut, das den Organismus mit Leben erfüllt.“ Durch immer mehr Autos und immer mehr Abgase wird der Organismus Stadt wie beim Raucher immer schmutziger. Bis er stirbt, übertragen der komplette Stillstand der Städte.

Auch Dahlmann fordert: „Mutige Gründer müssen die Verkehrswende einleiten – weil die Behörden pennen“. Das junge Berliner StartUp citkar rund um den Gründer Jonas Kremer verfolgen genau diesen Ansatz. Während Dahlmann das Ziel auslobt, weniger Autos zu haben, ergänzt Kremer: „Mit der richtigen Alternative sind Autos sogar fast überflüssig.“

Bisherige Pläne gehen nicht auf

Wie Dahlmann weiter beschreibt, hoffen Städteplaner etwa aus New York und Seattle drauf, dass Verleih-Konzepte wie Uber, Lyft oder in Deutschland etwa Nextbike oder car2go langsam die Autos verdrängen und die Verkehrswende einleiten. Doch das gelingt leider nicht, im Gegenteil: „Wie auch in Seattle griffen die Ridesharing-Angebote nicht das private Auto, sondern den öffentlichen Nahverkehr an. Es ist eben bequemer mit dem Auto zu fahren, als den ÖPNV zu nutzen“, schreibt Dahlmann.

Genau bei diesem Problem setzt citkar an. Deren aktuelles Modell, der Loadster, verleitet einem das Gefühl des eigenen Autos. Bequem, trocken und einfach zu fahren. Aber eben elegant auf dem Fahrradweg.

„Auf dem Platz wo ein Auto stehen kann, können zwei Loadster Platz haben. Stellen Sie sich mal vor, die Städte wären zu hälfte von Autos befreit?“ so Kremer. Der Loadster ist die geforderte Neuorientierung von Don Dahlmann, der schreibt: „Die Philosophie der autogerechten Stadt ist überholt und schon lange an ihre Grenzen gestoßen. Was aber noch fehlt, ist eine Idee, wie die Mobilität der Zukunft so gestaltet werden kann, dass sie wie Amazon oder Zalando funktioniert. Eine Verkehrswende, die einfach, bequem und schnell ist, ohne dass man sich darüber viel Gedanken machen muss.“

StartUps werden oft nicht ausreichend unterstützt

Tatsächlich wäre damit der Organismus der Stadt deutlich entspannter und einem kompletten Stillstand wäre abgeholfen. Doch leider ist dies nicht so einfach. Startups im Hardware-Bereich haben einen hohen Investitionsaufwand. Geringe Fördermöglichkeiten zwingen gute Ideen, gute Gründer immer mehr ins Ausland, wo die Fördermittel besser sind.

Auch bei citkar, wo man sich als Unternehmen für die urbane Mobilität die Verkehrswende groß auf die Fahnen schreibt, kennt man das Problem. „Es gibt Förderungen für Forschung und Entwicklung ohne Ende, Förderungen für Prototypenaufbau, Förderungen für Sanierungen von Produktionshallen, etc. Aber keinerlei Förderungen um eine Serienproduktion zu planen und aufzubauen,“ berichtet Kremer. Auf die Frage ob Deutschland nur ein Land der Forschung und nicht der Umsetzung sein, sagte Kremer nur: „Zumindest fällt auf, dass die Unterstützung beim Verlassen der Bastelstube aufhört.“

Verkehrswende jetzt!

Auch Dahlmann stellte mehrfach schon fest: „Die Behörden sind oft zu langsam, sie setzen auf die falschen Methoden oder wissen schlicht nicht genug über die Chancen der Digitalisierung.“ Jedes Jahr würden Milliarden für die Planung und die Umsetzung von Verkehrsinfrastrukturen ausgegeben. Dieses Geld wäre besser in eine echte Verkehrswende, die „Zukunft der Mobilität“ investiert. Ansonsten würde die Provozierung des Organismus eines Rauchers sehr schnell Realität.

Aber nicht nur der Staat kann was unternehmen. „Die Behörden mögen langsam sein, aber sollte nur jeder vierte eine Alternative zu seinem Auto finden, wie zum Beispiel den Loadster, würde die Verkehrswende endlich an Fahrt aufnehmen“ so Kremer. Genau deswegen werde citkar nicht aufgeben. „Erste größere Partner werden wir auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover vorstellen und weiter werden folgen“ sagt Jonas Kremer stolz.

 

Die Verkehrswende fängt gerade an, seien Sie ein Teil davon.

Jetzt anmelden zur Probefahrt des Loadster.

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