citkar macht den Schichtwechsel: Produktion mit Behindertenwerkstatt geplant

citkar macht den Schichtwechsel: Produktion mit Behindertenwerkstatt geplant

Imke Klocke, Geschäftsführerin der VfJ Werkstätten, erklärt den Schichtwechsel.

 

Das Berliner Mobilitäts-Startup citkar macht mit beim diesjährigen „Schichtwechsel“ der VfJ Behindertenwerkstätten in Neukölln. Auf der Internetseite der Aktion heißt es: Für einen Tag tauschen Mitarbeitende aus Berliner Unternehmen ihren Arbeitsplatz mit Beschäftigten der Werkstätten. Doch bei citkar geht man gleich einen Schritt weiter: Man plant den gemeinsamen Aufbau einer kompletten Produktionsstätte.

 

„Beim Schichtwechsel geht es darum, einen Eindruck von der Arbeit von Menschen mit Beeinträchtigungen zu bekommen“, berichtet Imke Klocke, Geschäftsführerin der VfJ Werkstätten. Diesen Eindruck habe sich citkar bereits machen können, denn sowohl der Prototyp aus dem April, als auch die Vorserienmodelle wurden in Neukölln montiert.

 

In der Zusammenarbeit zwischen citkar und den VfJ Werkstätten findet das gemeinschaftliche Arbeiten – die Inklusion – in den Räumen der Werkstatt für Menschen mit Behinderung statt: Die Ingenieure von citkar gehen zu den VfJ Werkstätten und arbeiten dort mit den beeinträchtigten Menschen am Loadster.  So kann man das Können und die Expertise der Menschen mit Beeinträchtigungen explizit für den Aufbau der Serienproduktion nutzen. „Wir freuen uns, hier gemeinsam Neuland zu betreten“, so Klocke.

 

Dafür habe das junge Berliner Unternehmen zwei Gründe, wie Geschäftsführer Jonas Kremer erklärt. Zum einen überzeuge ihn die Flexibilität: „Bei einem Startup sind Zeitpläne und Absprachen meist nur kurzfristig zu machen“, weiß Kremer zu berichten. Zum anderen aber auch die Leistung: „Ich weiß, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen großartige Leistungen erbringen können.“ Dabei spricht Kremer auch offen über seine Schwester, die schwerst-mehrfachbehindert sei.

 

Zunächst soll im Jahr 2019 der Loadster, das E-Cargo-Bike von citkar, in großer Auflage produziert werden. „Im Spätwinter ist die erste Serienproduktion von 250 Stück geplant“, beschreibt Kremer die Planungen. Von hier aus wolle man skalieren. Der Loadster sei vollüberdacht und somit wetterfest, habe eine Zuladung von 100 kg, und dürfe führerscheinfrei als Fahrrad auf Radwegen fahren. „Ideal für Essensdienste, die mobile Pflege oder Handwerker“, merkt Kremer an.

 

„Die jungen Team von citkar bringt hier ganz neue Sichtweisen in unser Unternehmen“, beschreibt Klocke die Zusammenarbeit. Sie betont, dass es beiden Partnern vor allem auch um den sozialen Mehrwert ihrer Kooperation ginge. „Die Mitarbeiter der Werkstätten schaffen etwas, dass ihnen real im Alltag auf der Straße begegnen wird“, ergänzt Kremer. Die Freude darauf, die man jetzt bereits spüren könne, sei unbezahlbar.